Teilprojekte als Lösungswege

Die Theory of Change für eine nachhaltigere Lederchemie zeigt, dass an vielen unterschiedlichen Stellen der globalen Lederlieferketten Veränderungsbedarf besteht. Einzelne Teilprojekte zielen auf Verhaltensänderungen in Bereichen ab, von denen eine besonders große „Hebelwirkung“ mit Blick auf das Gesamtsystem zu erwarten ist. Zusammen unterstützen sie die Akteure der Lieferketten, kurzfristig oder perspektivisch, unter Einhaltung eines hohen Schutzniveaus für Mensch und Umwelt, den Chemikalieneinsatz in den Lieferketten aktiver zu steuern. Zudem helfen sie die damit verbundenen Unternehmensrisiken (Compliance-Verstöße, Haftungsfälle, Reputationsschäden) zu mindern. Integraler Bestandteil ist jeweils auch die Entwicklung von Geschäftsmodellen für alle relevanten Akteure. Die Teilprojekte sind somit Bausteine der erforderlichen Systeminnovation.

Arbeitsweisen in den Teilprojekten

Die Mitwirkung an den Teilprojekten steht jeder Person oder Organisation offen, die einen Beitrag zur jeweiligen Zielsetzung leisten möchte. Ein Tandem – bestehend aus jeweils einer Vertreterin bzw. einem Vertreter der Hochschule Darmstadt sowie aus der Praxis – koordiniert das jeweilige Projekt. Die Hochschule koordiniert zudem den Transfer von Ergebnissen und Bedarfen zwischen den Teilprojekten.

Personalressourcen an der Hochschule unterstützen die Durchführung der Teilprojekte. Daneben sind aktive Beiträge der Praxisakteure erforderlich, die ihr Knowhow einspeisen. Dabei ist zu beachten, dass die Teilprojekte auf umfassende Vorarbeiten zurückgreifen können. Auch zu diesem Zweck hat sich die Hochschule strategisch vernetzt, z. B. mit vergleichbaren Multi-Stakeholder Initiativen (UNECE Sustainable Textile and Leather Traceability and Transparency Projekt, Textile Exchange Responsible Leather Projekt). Darüber hinaus können konkrete Fragestellungen eine Förderperspektive auch für die Praxisakteure eröffnen (Drittmittel-Akquise, Sponsoring).

Zentrales Element in allen Teilprojekten sind regelmäßige Treffen, die meist online auf Einladung der Hochschule stattfinden. Dort erfolgen Aufgabenverteilungen und weitere Feinabstimmungen.

Die Teilprojekte im Einzelnen

In mehreren Teilprojekten sind Lösungsoptionen mit Blick auf die genannten Herausforderungen zu untersuchen. Dazu ergaben Strategieworkshops sehr unterschiedliche Ansätze. Entscheidend ist jedoch die „Hebelwirkung“ der Ansätze, zu der eine Einschätzung seitens des Praxis erfolgte. Vor diesem Hintergrund starten zunächst die Teilprojekte, von denen sich die größten Effekte in Richtung einer „nachhaltigeren Chemie“ in den Lederlieferketten erwarten lassen. Gemeinsam adressieren die Teilprojekte unterschiedliche Aspekte der erforderlichen Systeminnovation. Jede Person oder Organisation, die einen Beitrag zur Erreichung der Ziele in den Teilprojekten leisten möchte, kann an diesen mitwirken.

Teilprojekt #1 – Harmonisierung von Standards

Eine weitere Harmonisierung von Standards in der Produktion von Leder und Lederprodukten soll bestehende Unterschiede im internationalen Rahmen reduzieren und somit das Qualitätsniveau insgesamt anheben sowie Wettbewerbsverzerrungen reduzieren.
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Teilprojekt #2 – IT Tools und Governance für Traceability

Der Aufbau eines branchenweiten, IT-basierten Austauschformates und von Konventionen, um Chemikalien entlang der Lederlieferketten rückverfolgen zu können (Traceability), stärkt Abnehmer bei ihren Compliance- und Qualitätsbestrebungen und ermöglicht eine zielgerichtetere Nachfrage.
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Teilprojekt #3 – Chemikalien und Prozessinnovation

Die Zukunft der Herstellung von Lederchemikalien sollte auf einem ganzheitlichen Ansatz beruhen, der basierend auf ökobilanziellen Untersuchungen diejenige Lösung präferiert, von der die geringsten Belastungen für Mensch und Umwelt ausgehen.
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Teilprojekt #4 – Leder-Designguidelines für Nachhaltige Entwickung

Eine „nachhaltigere Lederchemie“ wirkt sich oftmals auch auf das Ledermaterial aus. Leder-Design-Guidelines geben Orientierung für die Auswahl von Lederarten für verschiedene Anwendungen, sowie zu deren gestalterischen Inszenierungen als attraktive Produkte.
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